Longboard Fahrtechniken

Longboard TippsDer Longboard Kauf ist abgeschlossen und nun möchtest Du unbedingt auf die Straße und loslegen! Ohne ein gewisses Vorwissen in Bezug auf die Fahrttechniken dürfte es jedoch nach kurzer Zeit etwas langweilig werden. Damit Du motiviert bleibst, geben wir Dir in diesem Artikel einen kurzen Überblick über die verschiedenen Techniken, die Du brauchen wirst, um erfolgreich Longboard fahren lernen zu können.

Wichtiger Hinweis:

Wenn du als Anfänger versuchst, die Fahrtechniken zu erlernen, trag bitte immer die passende Schutzausrüstung. Gerade wenn man etwas Neues ausprobiert, sind Stürze und kleinere Unfälle durchaus an der Tagesordnung. Sichere dich gegen dieses Verletzungsrisiko ab, indem du mindestens passende Schoner und einen Helm trägst. Wenn Du mehr über das Thema erfahren möchtest, dann schau am besten bei unserem Artikel zu Schutzkleidung vorbei.

Longboard bremsen

Das Bremsen ist zum Longboard fahren lernen einfach essentiell. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die alle situationsabhängig funktionieren. Man kann keine pauschale Aussage darüber treffen, welche Bremstechnik denn nun letztlich die Beste von allen ist. Hier zählt vor allem Übung und später die Erfahrung, in welcher Situation man wie mit dem Longboard bremsen sollte.

Wenn Du das erste Mal das Bremsen mit dem Longboard übst, mache das am besten auf einem abgelegenen Feldweg oder einem leeren Parkplatz und ähnlichen asphaltierten Flächen. Wichtig ist, dass Du viel Platz zum Üben hast und diverse Ausrutscher keinen zusätzlichen Personen- oder Sachschaden verursachen.

Beim Bremsen hast Du folgende Möglichkeiten:

  • Ausrollen
  • Abspringen
  • Fußbremsen
  • Windbremsen
  • Sliden

Ausrollen:

Eine Methode, die sowohl die körperliche Belastung als auch das Longboard enorm schont, ist das Ausrollen. Der Name erklärt es eigentlich schon: Man bleibt einfach auf dem Board stehen und lässt es rollen ohne erneuten Anschub, so lange bis es letztendlich zum Stehen kommt. Voraussetzung für diese Bremsmethode ist natürlich, dass die Strecke zum Ausrollen lang genug ist und möglichst nicht abwärts geneigt ist.

Abspringen:

Zugegeben, sein Longboard so zu bremsen ist bestimmt nicht die besonders elegante Art und Weise. Von seinem Board abzuspringen kann aber hin und wieder ein notwendiges Mittel sein, um beispielsweise nicht gegen eine Wand zu donnern oder Schlimmeres zu verhindern. Ganz ungefährlich ist diese Variante des Bremsvorgangs allerdings auch nicht; beim Abspringen kann es recht leicht zu Stürzen und Verletzungen kommen. Daher ist es besonders wichtig, beim Abspringen eher geringes Fahrttempo zu haben, sodass das Verletzungsrisiko möglichst niedrig bleibt.

Fußbremsen:

Die Fußbremse ist im Grunde die gängigste aller Methoden, um sein Longboard zu bremsen. Dabei solltest Du im Vorfeld versuchen, mit einem Bein auf dem Board zu stehen und die Balance zu halten. Sobald Du das geübt und verinnerlicht hast, kommt die Übung der Fußbremse.

Dabei verbleibt dein Standbein beim Bremsvorgang auf dem Board; in der Regel ist das der vordere Fuß. Mit dem Bremsbein hebst Du nun vom Board und winkelst gleichzeitig dein Standbein an und verlagerst dein Gewicht darauf. Mit dem Bremsfuß setzt man anschließend die Ferse kontrolliert auf die Straße und rollt den Fuß dann langsam ab, sodass das Board zum Stehen kommt. Achte bei der Ausführung darauf, dass der Fuß nicht zu hart auf den Untergrund gerät und der Bremsfuß beim Abrollen leicht auf der Straße schleift, um das Tempo zu verringern und das Longboard schließlich stoppen zu können. Wenn Du den Prozess jetzt noch nicht ganz im Kopf hast, dann hilft Dir dieses Video weiter:

Achtung: Nicht jeder Schuh ist unbedingt zum Fußbremsen gedacht. Wenn Du also wissen möchtest, welches Schuhwerk am besten zum Longboard fahren geeignet ist, dann findest Du in unserem Ratgeber-Bereich einen Artikel zum Thema Longboard Schuhe.

Windbremsen:

Beim Windbremsen stoppt man sein Longboard dadurch, dass man sich aufrecht auf dem Board positioniert und die Arme während der Fahrt ausstreckt. Dadurch erhöht sich der Luftwiderstand und das wiederum senkt das Tempo. Anschließend lässt sich das Longboard durch Fußbremse oder Ausrollen zum Stehen bringen.

Sliden:

Wenn Du die bereits vorgestellten Bremstechniken einigermaßen beherrscht, kannst Du eine etwas anspruchsvollere Art ausprobieren, um Dein Longboard zu bremsen. Das Sliden ist eine besonders effektive und sichere Technik zum Bremsen; allerdings erfordert sie auch etwas mehr Übung.

Beim Sliden geht man beim Fahren in die Knie und verlagert sein Körpergewicht so, dass sich das Board quer zur Fahrtrichtung dreht. Durch die sehr geringe Bodenhaftung der Rollen eignet sich das Sliden neben dem Bremsen auch ideal für diverse Tricks. Eine weitere Variante ist der tiefe Slide, bei dem die Hände zum Boden gehen und als Schwerpunkt dienen. Solche Slides sollte man unbedingt mit geeigneten Handschuhen ausführen; welche Handschuhe das sind, erfährst Du ebenfalls in unserem Ratgeber zu Schutzkleidung.

Im folgenden Video wird der normale Slide bzw. Coleman-Slide ganz gut veranschaulicht:

Weitere Longboard Fahrtechniken

Ein Longboard ist ja nicht nur dazu gedacht, dass man es abbremsen kann. Mithilfe der folgenden Techniken bringst Du als Longboarder nicht nur Tempo auf den Asphalt, sondern kannst auch bereits die ersten Tricks ausführen.

Pumpen:

Unter dem Begriff Pumpen versteht man die Beschleunigung des Longboards, ohne selbst den Fuß vom Board zu nehmen. Dabei be- und entlastet man das Longboard gleichmäßig und führt mit dem Oberkörper Slalombewegungen durch. Wichtig beim Pumpen ist eine flexible Vorderachse, sowie ein gewisses Rhythmusgefühl und entsprechende Übung. Verbessert man sein Pumpen immer weiter, kann man auch das Long-Distance-Pumpen ausprobieren und so den Fahrspaß erhöhen.

Pushen:

Beim Pushen stellt man beide Füße entgegen der Fahrtrichtung auf sein Board. Das Standbein steht dabei in der Regel vor der Vorderachse, während das andere Bein als Pushbein fungiert. Nun wird der Oberkörper leicht nach vorne geneigt und mithilfe des Pushbeins kontrollierte Tretbewegungen auf dem Untergrund gemacht, um sein Longboard zu beschleunigen. Gelenkt wird dabei überwiegend über die Vorderachse.

Carving:

Carving ist eine Abwandlung des Cruisens; grundlegendes Merkmal ist das schlangenförmige Fahren, um beispielsweise auf abschüssigen Strecken die Geschwindigkeit kontrollieren zu können. Während beim Sliden durch das scharfe Einschlagen das Longboard wegrutscht, nutzt man das Carving hingegen primär zur Fortbewegung.

Wichtig beim Carven ist außerdem ein Longboard mit Cutouts, sowie weichen Bushings und Rollen, um die Kurven optimal ausfahren zu können. Denn gerade bei dieser Fahrtechnik wäre ohne Cutouts die Gefahr von Wheelbites (Kontakt der Rollen mit dem Deck) sehr hoch. Für die ersten Übungen eignen sich breite Straßen mit leichtem Gefälle.

Wie immer gilt: Übung macht den Meister und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ärgere dich also nicht, wenn die ersten Fahrtechniken nicht auf Anhieb funktionieren. Stelle Dich regelmäßig aufs Longboard und Du wirst mit jedem Mal kleine Fortschritte erleben, bis Du die Techniken irgendwann alle draufhast. Wir wünschen Dir dabei viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

 


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