Downhill Longboard kaufen – Die wichtigsten Fakten im Überblick

Das Downhill-Longboarding ist definitiv die anspruchsvollste Art und Weise Longboard zu fahren und gilt daher als Königsdisziplin dieser Sportart. Beim Downhill geht es darum, eine steile Strecke bzw. Abfahrt möglichst schnell und direkt zu durchlaufen. Dabei können unter Profis Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h erreicht werden!

DownhillWährend der Fahrt bringt der Longboarder seinen Körper recht nah an das Deck heran, um den Luftwiderstand zu verringern und dadurch eine höhere Geschwindigkeit erreichen zu können. Dabei verlagert der Fahrer 95% seines Körpergewichts auf den Vorderfuß, diese Position wird auch „Tuck“ genannt.

Downhill ist bei Weitem keine ungefährliche Disziplin und angemessene Schutzkleidung sollte daher immer zum Einsatz kommen. Dazu zählen neben einem speziellen Downhill- oder Motorradhelm auch Knie- und Ellenbogenschoner, Slide-Handschuhe sowie im Idealfall Ganzkörper-Schutzkleidung; hier käme beispielsweise eine Motorrad-Montur auch in Frage. Wenn Du gerne mehr über die wichtigsten Schutzkomponenten erfahren möchtest, findest Du auf dieser Webseite einen Artikel rund um das Thema Schutzkleidung – zu diesem Artikel kommst du, indem du jetzt hier klickst.

Eigenschaften des Decks

Um auch bei hohen Geschwindigkeiten eine hohe Stabilität beim Fahren erreichen zu können, unterscheidet sich die Bauart beim Downhill-Longboard in einigen Punkten von bspw. dem Carving- oder Freeriding-Longboard. Bezüglich des Decks eignen sich entweder die Drop-Through- oder Top-Mount-Decks für die schnelle Abfahrt ins Tal.

Die Länge des Decks sollte sich im Bereich zwischen 37“ und 43“ aufhalten, da ansonsten das Fahrverhalten instabil oder träge werden kann. Bei der Breite kommt es in erster Linie auf die Größe des Fahrers an, für das Fahrgefühl ist dieses Maß aber nicht ausschlaggebend. Außerdem haben diese Boards die Eigenschaft, aus Stabilitätsgründen wenig bis keinen Flex (Durchbiegefähigkeit) zu haben.

Als Anfänger sollte man zunächst zur Drop-Through-Variante greifen, da hierbei der Schwerpunkt stärker nach unten verlagert wird und man stabiler auf dem Brett steht. Fortgeschrittene und Experten wiederum verwenden die Top-Mount-Decks, um mehr Stabilität auf den Geraden und mehr Grip in den Kurven zu bekommen.

Mit den notwendigen Skills kannst du mit diesen Decks auch bei scharfen Kurven locker um die Ecke sliden. Wer aus dem Anfängerstadium herausgewachsen ist, der kann sein Drop-Through durch eine angepasste Achsenmontage auch ganz einfach zum Top-Mount-Longboard umfunktionieren.

Achsen beim Downhill-Board

Die Achsen bei Downhill-Boards sind breit und mit harten Bushings ausgestattet. Unter Bushings versteht man Lenkgummis an den Achsen, die das Fahrverhalten je nach Härte maßgeblich beeinflussen können. Da beim Downhill die Fahrstabilität eine große Rolle spielt, sind die Bushings recht hart und schränken gleichzeitig die Lenkfähigkeit etwas ein. Aus diesem Grund wäre ein Downhill-Longboard in einer Stadt mit flachen Straßen eher weniger spaßig. Oft sind die Achsen auch CNC-gefräst und geben dem Fahrer somit ein gewisses Maß an höherer Präzision in der Lenkung.

Welche Wheels sind geeignet?

Bei den Rollen kommt es vor allem auf den Grip für die Kurven und gut funktionierendes Sliden an. Daher werden im Downhill-Bereich in der Regel große und weiche Wheels verwendet. Der Härtegrad sollte dabei idealerweise bei 80A liegen und der Durchmesser zwischen 70 und 75mm betragen. Große Rollen bieten eine sehr gute Bodenhaftung, kleinere Wheels hingegen nutzen sich schnell ab und ermöglichen die Gefahr eines Wheelbites, d.h. die Rollen reiben am Deck. Als Anfänger solltest du Wheels mit einer Breite von ca. 50mm wählen, um zusätzliche Stabilität zu gewinnen. Das Sliden fällt mit breiteren Rollen im Gegenzug etwas schwerer.

Ein weiterer Tipp: Achte bei den Rollen auf qualitativ hochwertige Kugellager, die sog. Bearings. Wer Spacer zum Schutz vor seitlichen Krafteinwirkungen beim Sliden verwendet, schützt seine Kugellager auch vor Verschmutzungen jeglicher Art. Eine lange Lebensdauer der Bearings sollte auf jeden Fall in Deinem Interesse sein, auch wenn sie die Fahrqualität nicht beeinflussen können.

Die wichtigsten Bremstechniken

Bei hohem Speed zu bremsen ist beim Downhill mit dem normalen Longboard zum Cruisen überhaupt nicht zu vergleichen. Ein Footbrake (Fußbremse) solltest du wirklich nur bei niedrigen Geschwindigkeiten durchführen. Mit zunehmendem Speed führt diese Vorgehensweise ansonsten unweigerlich zum Sturz und mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auch zu Verletzungen. Die vorgestellten Techniken sollten auf jeden Fall vorher ausreichend geübt werden, bevor man sich tatsächlich an eine Abfahrt wagt.

Am häufigsten wird der sogenannten Air-Brake benutzt: Hierbei richtet sich der Fahrer während dem Fahren auf und erhöht dadurch den Luftwiderstand. Dieser wiederum sorgt dafür, dass die Geschwindigkeit reduziert wird. Ebenfalls möglich (aber auch riskant) ist das Abbremsen durch Sliden. Ein Downhill-Longboarder verwendet dabei meistens Predrifts oder Pendulum Slides um seinen Speed zu verringern.

Downhill als Wettbewerb

Wenn Du im Downhill schon gut geübt bist, dann besteht die Möglichkeit, an nationalen oder internationalen Wettbewerben Dein Können unter Beweis zu stellen. Oft werden diese von speziell dafür ausgelegten Verbänden ausgetragen: Im internationalen Bereich gibt es dafür die International Downhill Federation (IDF) oder die International Gravity Sports Association (IGSA).

Für den deutschen Raum ist der Deutsche Longboard Verband (DLVBV e.V.) zu nennen; aktive Sportler sind am Besten in der deutschen Longboard-Liga (DLL) aufgehoben. Recht bekannt ist der Downhill-Wettbewerb auf der Strecke in Maryhill im Bundesstaat Washington in den USA. Im folgenden Video kannst Du dir mal anschauen, wie so ein Downhill-Rennen aussieht:

Fazit

Um Downhill fahren zu können, ist eine gewisse Übung und Routine in Bezug auf das Longboard fahren von großer Bedeutung. Für die hohen Geschwindigkeiten braucht man als Fahrer ein hohes Maß an Sicherheit. Außerdem solltest du die wichtigsten Bremstechniken gut beherrschen. Die richtige Schutzkleidung sind dabei ebenso wichtig wie das passende Longboard mit allen wichtigen Eigenschaften.

Wenn Du all diese Voraussetzungen mitbringst, dann macht Downhill wahnsinnig viel Spaß und gibt einem jedes Mal auf’s Neue das pure Adrenalin. Egal ob alleine oder im Wettbewerb mit anderen: Der Nervenkitzel macht Downhill zu einem absolut grandiosem Erlebnis.
Falls dich nun das Downhill Fahren gepackt hat, schau dir doch hier unsere Downhill Longboards an.